Podiumsdiskussion in Nürnberg: Absage an die reine Gewinnorientierung

Derzeit ist die Wirtschaft auf grenzenloses Wachstum ausgerichtet. Und das ist verbunden mit Ausbeutung sowie immer mehr Streß und Konkurrenzkampf. Laut einer Bertelsmann-Umfrage wünschen sich acht von zehn Bundesbürgern ein anderes Wirtschaftssystem. Eine Alternative zum bestehenden Kapitalismus stellt die GWÖ dar. Wie diese sich in der Praxis bewährt, zeigte eine Podiumsdiskussion im Ecksteinhaus in Nürnberg u.a. am Beispiel der Sparda Bank. Deren ehemaliger Vorstand, Günter Grzega, hat als einer der Pioniere der Bewegung in Bayern diese Bilanzierungsform eingeführt. Mit Erfolg! Die Sparda Bank ist die größte Genossenschaftsbank in Bayern und hat seit Jahren ein konstantes Wachstum von mehr als 10.000 Neukunden pro Jahr. Deutschlands führender Glücksforscher Karlheinz Ruckriegel von der TH Nürnberg sieht die GWÖ ebenfalls als ein interessantes neues Modell. Um das umzusetzen braucht es allerdings die Politik. Als einer ihrer Vertreter saß SPD-Stadtrat Nasser Ahmed ebenfalls auf dem Podium. Er machte deutlich, dass es aus seiner Sicht noch einige offene Fragen gibt. Trotzdem sieht auch er die Notwendigkeit zur Veränderung und ist offen für einen weiterführenden Dialog. Reinhard Sellnow, als Vertreter der Regionalgruppe machte klar: „Es gibt keine einfachen Lösungen“ aber das Thema muss angepackt werden. So wie bspw. in Baden-Württemberg wie Josef Mikus zu berichten wußte. Dort sind im Haushalt Mittel eingestellt, um private Unternehmen mit Wissen und Beratung zur GWÖ zu versorgen. Ein Weg, den auch die Regionalgruppe zusammen mit Politik und Wirtschaft in der Metropolregion angehen möchte (vl nr: Josef Mikus, Prof. Karlheinz Ruckriegel, Nasser Ahmed, Günter Grzega und Reinhard Sellnow).